Online Marketing

Online-Marketing für Gründer:innen: Wo anfangen, was ignorieren?

Marketing Strategie

Online sichtbar zu sein ist 2026 längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern Pflicht. Punkt.
Trotzdem ist das Thema für die meisten Gründer:innen Stressquelle Nummer eins: Zu viele Kanäle, zu viele Experten-Meinungen, zu wenig Zeit.

Die gute Nachricht: Du musst nicht alles können, nicht überall sein und schon gar nicht perfekt starten. Hier ist mein Schlachtplan, wie du ohne Bullshit-Marketing Reichweite aufbaust.

1. Klarheit vor Content: Wer soll eigentlich kaufen?

Der Standard-Rat „Definiere eine Wunschkundin“ ist oft zu kurz gedacht. Gerade am Anfang ist es völlig okay, zwei oder drei konkrete Personas zu haben. Aber: Vermisch sie nicht.

Jede Persona hat ein anderes Problem und braucht eine eigene Lösung und Ansprache. Wenn du versuchst, alle gleichzeitig anzusprechen, fühlt sich niemand gemeint.
Mein Rat: Such dir maximal drei klare Zielgruppen aus und entscheide bewusst: Welchen Post schreibe ich heute für wen? Wer „alle irgendwie“ erreichen will, erreicht niemanden.

2. Positionierung: Spezialisierung schlägt Bauchladen

Viele Gründer:innen haben Angst, sich festzulegen. Sie glauben, ein breites Angebot bringt mehr Kund:innen. Das Gegenteil ist wahr. Je breiter du aufgestellt bist, desto austauschbarer wirst du.

Sichtbarkeit entsteht durch Wiedererkennbarkeit. Frag dich knallhart:

  • Für welches konkrete Problem will ich bekannt sein?
  • Was biete ich bewusst nicht an?

Erweitern kannst du dein Business später immer noch. Aber starte spitz. Wer alles anbietet, wird online schlicht übersehen.

3. Ein Kanal reicht – wenn du ihn beherrschst

Hör auf, gleichzeitig auf Instagram, LinkedIn, TikTok und Pinterest herumzuspringen. Das Ergebnis ist meistens fünfmal Mittelmaß statt einmal Qualität.

Such dir den einen Kanal aus, auf dem deine Kund:innen wirklich aktiv sind. Lerne die Spielregeln, zieh es durch. Ein Account, der echtes Vertrauen aufbaut, bringt mehr Umsatz als fünf Karteileichen.

4. Vergiss den Skalierungs-Wahn am Anfang

Man bekommt heute oft eingeredet, man bräuchte von Tag 1 an ein „skalierbares digitales Produkt“ – also den fertigen Onlinekurs oder die automatisierte App.

Die Wahrheit ist: Am Anfang ist es meistens viel sinnvoller, Dienstleistungen oder Beratungen im direkten Kontakt anzubieten. Warum? Weil du so lernst, wie deine Kund:innen ticken, wo ihre echten Schmerzen liegen und welche Sprache sie sprechen. Dieses Wissen ist Gold wert, wenn du später wirklich skalieren willst. Verkaufe erst dich und deine Expertise, bevor du Monate in ein digitales Produkt investierst, das vielleicht am Markt vorbeigeht.

5. „Better done than perfect“

Perfektionismus ist keine Qualität, sondern eine Bremse. Dein Content darf (und wird) am Anfang ungeschliffen sein. Er darf sich entwickeln.

Das Einzige, was er nicht darf: In deinem Entwürfe-Ordner verstauben. Du wirst nicht durch Planung sichtbar, sondern durch das Drücken des „Veröffentlichen“-Buttons. Sichtbarkeit ist ein Muskel, den du trainieren musst.

6. Reichweite zahlt keine Rechnungen

Likes und Follower:innen fühlen sich gut fürs Ego an, sind aber oft reine „Vanity Metrics“. Was nützen dir 10.000 Follower:innen, wenn keiner davon dein Produkt braucht?

Konzentrier dich auf die richtigen Leute. Lieber 300 Kontakte, die ein echtes Problem haben, das du löst, als eine riesige Masse an „stillen Zuschauer:innen“. Dein Ziel ist Business, nicht Berühmtheit.

7. Website: Strategie schlägt Technik

Deine Website ist kein Bastelprojekt, sondern dein:e wichtigste:r Mitarbeiter:in. Bevor du das erste Design-Tool öffnest, muss klar sein:

  • Wer landet hier?
  • Was ist das Ziel (Terminbuchung, Kauf, Newsletter)?
  • Welche Seiten sind dafür zwingend nötig?

Klartext beim Thema Technik: Lass die Finger von überladenen Homepage-Baukästen, nur weil sie im ersten Moment einfach aussehen. Oft sind sie langsam, schlecht für SEO und später kaum erweiterbar. Setz lieber auf eine saubere, schlanke WordPress-Seite. Sie wächst mit, gehört dir zu 100 % und lässt sich technisch sauber aufsetzen. Eine kleine, strategisch gute Seite schlägt den aufgeblähten Baukasten jedes Mal.

8. Marketing ist ein Marathon, kein Sprint

Erwarte keine Wunder über Nacht. Online-Marketing braucht Konsistenz. Wenn nach drei Wochen noch nichts „explodiert“, ist das kein Zeichen zum Aufhören, sondern völlig normal.
Wer dranbleibt und aus den Daten lernt, gewinnt. Wer alle zwei Monate die Strategie wechselt, verbrennt nur Zeit und Geld.

Fazit:
Hör auf, laut zu sein. Fang an, klar zu sein. Mehrere Personas bewusst anzusprechen, dich spitz zu positionieren und mutig unperfekt zu starten, bringt dich weiter als jeder Hochglanz-Auftritt.

„Make it exist first, you can make it good later.“ (Adam Grant)

Und jetzt du.
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